- Engl. „Luftfalle, Lufteinschluss“:
Verkleben/Verstopfen der kleinsten Luftwege (Bronchiolen) zu den Alveolen während des Tauchgangs.
Air-Trapping ist eine Lungenüberdehnung in einem Teil der Lunge. Bedingt durch einen Verschluss von Alveolen können Lungenbläschen beim Aufstieg reißen. Atemluft kann in den Kreislauf gelangen (Luftembolie). Air-Trapping wird durch Vorschädigung der Lunge begünstigt (Rauchen, chronische Bronchitis, Infekt, Vernarbungen)
als Folge von Lungenüberdruck oder ungenügender Dekompression
wobei Luft in den Lungenkreislauf gelangt und dann vom Herzen ins Gehirn gepumpt wird
* z.B. durch Anhalten des Atems beim Aufstieg (siehe aber auch Lungendehnung/-riss!)
* oder sehr schnellem Aufstieg bei langsamer Ausatmung
* oder Lufteinschluss durch Stimmritzenkrampf, Asthma, Rauchen , Erkältung
* oder venöse Gasblasen, welche die Lungen bereits passiert haben und ins arterielle System übergegangen sind
meist innerhalb von 5 min. nach dem Auftauchen (Folge Lungenüberduck) oder später (Folge ungenügender Dekompression)
Unter Barotraumen versteht man Erkrankungen bzw. Verletzungen, die auf Grund von Druckunterschieden zwischen Geweben oder Organen untereinander und/oder dem Außenraum zustande kommen. Beim Tauchen unterscheidet man im wesentlichen Barotraumata der:
1. Gesichtsregion durch z.B. vergessenem Druckausgleich innerhalb der Tauchmaske
2. Lunge (siehe Lungenriss) z.B. Atem anhalten beim oder zu schnellem Aufstieg, Stimmritzenkrampf, ...
3. Magen-Darm-Region z.B. durch verschluckte Luft, Gasbildung durch Nahrung etc.
4. Nasennebenhöhlen z.B. geschwollenen Schleimhäuten bei Erkältung, anatom. Missbildungen (Polypen)
5. Ohren (Außen- und Innenohr) z.B. Abtauchen ohne Druckausgleich, Tauchen bei Erkältung, ...
6. Zähne z.B. Lufteinschluss unter Füllungen, beschädigte Zähne
Husten, Atemnot, Schmerz in der Brust
blaue Lippen / Haut
Schaum vor dem Mund
Bewußtlosigkeit
unregelmäßige oder keine Atmung
zusammengebissene Zähne / Kieferkrampf
Schock
Trotz Einhaltung von Null- oder Dekompressionszeiten kann es zu DCS kommen!
Begünstigende Umstände:
o Jojo-Tauchgänge
o Wiederholungstauchgänge mit geringer Oberflächenpause
o Flüssigkeitsmangel
o körperliche Anstrengung
o Auskühlung
o heißes Duschen / Sauna nach dem TG
o Fliegen nach dem Tauchen
o offenes "foramen ovale" (Vorhofseptumdefekt am Herzen - oft unerkannt!!)
o mangelnde Kondition, Stress, Müdigkeit
o große Narben
o Alter
Anzeichen/Symptome
"normaler" Weise innerhalb von 6 Stunden nach dem Tauchgang, aber eventuell auch bis zu 48 Stunden später
* Kopfschmerzen
* Taucherflöhe
* Gelenkschmerzen
* Schmerzen in der Muskulatur
* taubes Gefühl der Haut
* marmorierte Hautflecken
* Schwindel/Gleichgewichtsstörungen
* Bewegungskoordinationsstörungen
* Hautjucken
* Übelkeit / Erbrechen
* Lähmungen
* Schock * Bewußtlosigkeit, ....
Druckdifferenzschwindel Ursache: Durch unterschiedliche Druckverhältnisse im Mittelohr kann es während des Auf- oder Abstiegs zu Drehschwindel kommen. Da eine Druckerhöhung über das runde und ovale Fenster auf das Innenohr übertragen wird und hierdurch das Gleichgewichtsorgan stimuliert wird, kann es bei einer seitendifferenten Reizung des Gleichgewichtsorgans zu Schwindelsymptomen kommen. Das Gehirn erhält unterschiedliche Signale von beiden Seiten, die zu einem Verarbeitungsproblem führen, worauf der Körper mit Schwindel reagiert. Bei der Seekrankheit handelt es sich um ein ähnliches Phänomen: unterschiedliche Signale des Gleichgewichtsorgans und der optischen Wahrnehmung führen zu einer Fehlinterpretation woraufhin Schwindel und Übelkeit entsteht.
Symptome: Während des Aufstiegs (90%) oder Abstiegs (10%) bemerkt der Taucher plötzlich eintretenden Dreh- oder Schwankschwindel. Hinzu können Übelkeit und Brechreiz treten. Durch den Schwindel kann es zur Orientierungslosigkeit kommen, so dass im schlimmsten Fall ein Notaufstieg eingeleitet wird, der die Gefahr eines Dekompressionsunfalls birgt. Der Schwindel hält in der Regel zwischen 10 Sekunden und mehreren Minuten an (Durchschnitt 30 sec). Hält man sich konstant auf der Tiefe, lässt der Schwindel nach, sobald ausgeglichene Druckverhältnisse in beiden Ohren herrschen. Durch Tauchen in die Gegenrichtung (oder Druckausgleich, bei Druckdifferenzschwindel des Abtauchens) kann der Schwindel frühzeitig unterbrochen werden. Nicht jeder Taucher muss Druckdifferenzschwindel erleben: nur ca. 30% der erfahrenen Taucher hatten schon einmal Druckdifferenzschwindel. Die Häufigkeit des Auftretens variiert sehr stark zwischen den betroffenen Tauchern. Besonders häufig treten diese Symptome bei Tauchern mit Erkältung auf, da sie unter einer behinderten Tubenbelüftung leiden.
Therapie: Es ist keine Therapie notwendig, da die Symptome von alleine verschwinden. Bleibt der Schwindel konstant, liegt eine andere Erkrankung vor, die HNO-ärztlich abgeklärt werden sollte. Hilfreich ist es in die Gegenrichtung zu tauchen oder sich auf einen Punkt zu konzentrieren (z.B. Ankerseil). Es ist selbstverständlich, dass man nicht mit einer Erkältung tauchen sollte, wenn man aber nun doch unter Wasser gelandet ist, muss man mit einem gehäuften Auftreten rechnen. Eine Untersuchung des Gleichgewichtsorgans zeigte keine Unterschiede zwischen den Tauchern mit und ohne Druckdifferenzschwindel. Bisher sind also keine Untersuchungen bekannt, die es ermöglichen würden vorherzusagen welcher Taucher einen Druckdifferenzschwindel erleben wird. Aus diesem Grund ist es sehr wichtig, dass in der Ausbildung auf diese "Erkrankung" hingewiesen wird, damit gerade Anfänger nicht mit Panikreaktionen reagieren.
CO2 - Vergiftung
Mit zunehmender Wassertiefe steigt der Atemwiderstand an, weil wegen der erhöhten Luftdichte die ursprüngliche laminare Strömung der Atemluft in eine turbulente übergeht. Die Atemmuskulatur des Tauchers kann über Gebühr belastet werden. Ist auch noch die körperliche Konstitution des Tauchers reduziert, kann es zu einem schnellen und flachen Atem kommen. Diese Hechelatmung führt zu einer Erhöhung der CO2 -Konzentration bei reduzierter Sauerstoffaufnahme. Dieser Prozess verstärkt sich noch, da durch den gestiegenen CO2 -Gehalt die Atmung noch schneller und hechelnder wird. Der Taucher spürt, dass er trotz immer heftigerer Atmung eine immer stärkere Luftnot verspürt. Dieser Zustand kann zur Panik mit den entsprechenden Folgen oder sogar bis zur Bewußtlosigkeit führen.
Anzeichen/Symptome
* flacher schneller Atem (wenig Luftblasen bei Ausatmung)
* Atemnot
* hektische Bewegungen des Tauchers
* angstvoller, unkonzentrierte Blick
* Panikreaktionen
* im Extremfall Bewußtlosigkeit
Die Summe aller Teildrücke eines Gasgemisches ergibt den Gesamtdruck des Gases.
Die Partialdrücke eines Gasgemisches steigen im gleichen Verhältnis wie der Gesamtdruck.
Vereinfacht gesagt bedeutet das:
Ein Gas (z.B. unsere Luft) besteht aus einer Zusammensetzung mehrerer Einzelgase. Jedes Gas hat seinen eigenen Druck und die Addition dieser Drücke ergeben den Gesamtdruck.
Das Verhältnis der Gase in der Atemluft bleibt bei Druckerhöhung gleich, lediglich die einzelnen Teildrücke verändern sich mit dem Gesamtdruck.
Gehen wir jetzt in die Tiefe und setzen unsere Luft einem höheren Druck aus.
Gas
Anteil %
Druck 1bar
Tiefe
Druck/Tiefe
Partialdr./Tiefe
Anteil
Sauerstoff
21 %
0,21
10 m
2 bar
0,42 bar
21 %
Stickstoff
78 %
0,78
10 m
2 bar
1,56 bar
78 %
Edelgase
1 %
0,01
10 m
2 bar
0,02 bar
1 %
Gas
Tiefe
Druck/Tiefe
Partialdr./Tiefe
Anteil
Sauerstoff
30 m
4 bar
0,84 bar
21 %
Stickstoff
30 m
4 bar
3,12 bar
78 %
Edelgase
30 m
4 bar
0,04 bar
1 %
Dieses Beispiel zeigt, dass mit zunehmender Wassertiefe der % Anteil der Gase gleich bleibt, die Teildrücke der Gase aber ansteigen.
Für die Wirkung eines Gases ist der Teildruck entscheidend.