Joardanien – Tag 9 – 11

Pünktlich, ach was sag ich, schon überpünktlich deutsch wartete Ziad auf uns, um die Reise fortzusetzen. Er hatte ein Geschenk für uns parat, noch zu Ostern wie er sagte. Aber wir hatten das Gefühl, es war so ein „Schwamm drüber, ok?“ Geschenk. Wir hatten für ihn und seine Familie Schokolade aus Deutschland (Ostereier, Osterhasen) mitgebracht und ihm vor Ostern mitgegeben. Süßigkeiten, Schokolade überhaupt – nicht nur die Kinder dort lieben es 🙂
Es ging nun Richtung Totes Meer mit einem Abstecher nach Little Petra. Die Nabaäer waren ja nicht nur in Petra selbst. Ihre Kultur findet sich auch noch weit in Saudi-Arabien. Petra ist allerdings ihre großte Anlage, ursprünglich ihre Totenstadt. Little Petra ist nicht weniger schön, nur kleiner und viel weniger besucht.

Wir setzten nach dem Besuch die Fahrt fort mit einem Stopp an einer Kamelherde und Smaltalk mit dem Hüter dieser. Unser Weg führte uns Richtung Karak, natürlich mit dem obligatorischen Kaffeestop und Blick auf eine Saladin-Burg.

Kerak ist einer der best erhaltesten Kreuzritterburgen. 1000m über dem Tal, weit in die Landschaft leuchtend, ist sie eine wirklich beeindruckende Burg. Mehrfach belagert, gab man sie erst auf, als Jerusalem schon gefallen war. Es gibt nur noch eine Kreuzritterbug, die schöner ist, Krak des Chevaliers in Syrien, dicht an der libanesischen Grenze. Leider ist es momentan schwer, sie besuchen zu können und hoffentlich bleibt sie erhalten, so wie sie ist. Einen Eindruck aber bekommt man aber schon in Kerak.

Durch die Stadt ging es dann wieder hinab zum Toten Meer, vorbei am Wadi Mujib.

Totes Meer – knapp 400m unter dem Meeresspiegel. Viel mehr Luft(druck), weniger UV Strahlung, tragendes Wasser und Erholung zum Ausklang der Reise lagen nun an.

Untergebracht waren wir im Crowne Plaza, einem Hotel, das relativ neu ist. Es ist groß, war aber nur wenig belegt, hat einen riesigen Poolbereich und einen eigenen Strand am Toten Meer. Wir hatten ein großes Zimmer mit Blick aufs Meer, gegenüber sah man Jerusalem.

Ja, man muss nicht Schwimmen können, um sich im Toten Meer treiben zu lassen. Knapp 30 Grad Luftt-, ca. 20 Grad Wassertemperatur, viel viel Sonne, der man trotz der geringeren UV Strahlung unbedingt Sonnenschutz entgegensetzen sollte (im Gegensatz zu mir, der sich richtig verbrannte) – ach ja, das Leben kann so schön sein.

Man sollte sich Badeschuhe mitnehmen. Der Einstieg ist flach, aber es gibt Steine, die durch das Salz eine scharfe Kruste haben und die Füße verletzen. Dann einfach bis zum Oberschenkel ins Wasser gehen und sich rückwärts fallen lassen – man schwimmt sofort 🙂

Abends aßen wir 2x in einem libanesischen Restaurant, was sehr sehr lecker war und erkundetetn dann die Bar.

Am zweiten Tag verließen wir nach dem Abendbrot das Hotel und spazierten zur Verdauung 3 km zum Mövenpick, nur um uns dort mal umzuschauen. Auf dem Weg zurück nahmen wir Militär und Polizei auf der Straße und vor den Hotels war und am nächsten Tag hörten wir Artilleriefeuer. Es kam von den Golanhöhen, weil dort syrische Milizen Raketen auf Israel feuerten und Israel dann diese Stellungen beschoss. Luftlinie ja nur 50km entfernt, was gut durch das langestreckte Tal hallte.
Aber niemand, wirklich niemand sollte Angst haben und aus diesem Grund sich Kultur und Genuss, Land und Menschen, Gastfreundschaft und Neugier vorenthalten. Wir fühlten uns stets und überall sicher.

Tag der Abreise